Meine neue Aufgabe

 

Hallo ihr Lieben,

euch ist sicher aufgefallen das von mir schon länger kein neuer Artikel erschienen ist. Das lag daran das in meinem Leben im Moment sehr viel los war. Nachdem ich meine Arbeit gekündigt hatte um das zu tun was ich liebe, ist mir aufgefallen das ich diese Dinge erst finden muss. Was liebe ich eigentlich, warum bin ich hier auf der Erde. Ich stellte fest das es im Moment noch nicht meine Aufgabe ist Zuhause zu sein. Auch wenn der Blog sich als Bereicherung für mich anfühlt, so ist es ein Hobby und eine Leidenschaft, aber kein Bussines für mich geworden. Also grübelte ich, gibt es was, was ich aus vollem Herzen unterstützen kann? Vllt etwas bei dem ich trotzdem mein Gehalt bekomme um in diesen alten Strukturen noch leben zu können. Auch wenn der Umbruch schon begonnen hat, so benötigen wir dennoch ein gewisses Maß an geld. Klar, werden jetzt einige sagen, nein, Geld brauchen wir nicht, man kann auch ohne Geld leben, aber dies war für mich noch nicht eingeplant. Naja, nach viel überlegen habe ich ein neues Konzept für mich endeckt:Den Waldkindergarten! Diesen möchte ich gerne in dem Artikel vorstellen und erläutern warum ich den Waldkindergarten zu 100 Prozent unterstützen kann. Los gehts!

Der erste Punkt den ich gut fand war, die Kinder sind älter und haben schon eine Urbindung zu den Eltern aufbauen können, dadurch gibt es weniger Bindungsauffälligkeiten, im vergleich zu Krippenkindern. In Krippen haben Kinder zu 90 Prozent Bindungssauffälligkeiten oder sogar Bindungsstörungen, warum das so ist schilderte ich bereits in vielen anderen Beiträgen. Als 2. finde ich gut das diese Einrichtungen so naturverbunden sind. Die Kinder sind die komplette Zeit über draußen. Sie lernen die Natur nicht nur kennen, sondern fühlen sie mit allen Sinnen. Sie leben darin. Dies wird besonders deutlich wenn Wind weht. Nach diesem einen Monat in dem ich auf 450 Euro Basis einen Waldkindergarten in der nähe unterstütze habe ich die Beobachtung machen dürfen das die Gefühle und Emotionen sich dem Wetter angleichen. letztens ging starker Wind, und die meisten Kinder fingen an auf dem Grundstück mit dem Wind zu laufen. Sie ließen sich fallen, standen wieder auf, und liefen wieder weiter. Ein wunderschönes Spiel mit dem Wind. Sie lernen auch die wirkliche Natur besser kennen. Unsere Kinder in der Gruppe beobachten den Himmel sehr  gerne, und sie können mir  genau sagen was für Wetter kommen wir. Gestern sagte ein Junge zu mir:“Schau mal an den Himmel, morgen wird es regnen.“ Als 3.: Die Pädagogen. Pädagogen die in Waldkindergärten arbeiten haben sich alle bewusst für dieses Konzept entschieden, daher ist sichergestellt das die Begleitung der Kinder eine hohe Qualität hat. Hierbei ist ein super Pluspunkt, das auch Männer in Waldkindergärten arbeiten. Dies ist besonder für die Jungs wichtig, aber auch für die Mädels, als Vorbildfunktion. Auch die Haltung der Pädagogen ist anders. Wir sehen uns als Begleiter der Kinder, nicht als Erwachsene die Kindern etwas beibringen müssen. Wir achten sehr auf die Bedürfnisse der Kinder. Was bringt es 30 Minuten Morgenkreis zu machen, wenn die Kinder eigentlich schon alle hunger haben und schnell zum Frühstücken möchten. Da steht das Grundbedürfnis im Vordergrund. Als 4.: Die Kinder leben in der „realen Welt“ Kinder werden oft in Einrichtungen „künstlich“ anhand von Projekten oder verschulten Vorgehensweisen von der „realen Welt“ fern gehalten. Es gibt Kinderküchen, Kinderwerkzeug aus Plastik, Kinderpuppenwägen, Kinderbesteck etc…. vllt. wisst ihr schon worauf ich hinaus möchte. Kinder werden heutzutage in eine virtuelle „Spielewelt“ gesetzt. Sie sind nicht mehr teil der Familie, sondern Kinder die noch lernen müssen wie man vollkommen ist. Dies ist in Waldkindergärten anders. Kinder nehmen dort an allem genau so teil wie Erwachsene. Sie lernen mit realem Werkzeug um zu gehen. Sie helfen beim Holzhacken mit, sie lernen den Umgang mit Schnitzmesser und anderem Werkzeug, sie helfen beim Feuer machen, und lernen sich selber zu versorgen. Sie haben ein eigenes Beet das sie mit Obst und Gemüse bepflanzen und ernten. Dies ist eins der wichtigsten Dinge in der heutigen Gesellschaft. Wir machen Ausflüge in den Wald nebenan. Nach einem Sturm, laden wir mit den Kindern die umgefallenen Äste und Baumstümpfe auf, laden sie auf einen Hänger und bauen mit den Kindern daraus eine Hütte. 5.: Die freien Lernprozesse der Kinder. Ich möchte euch dazu ein Beispiel nennen, das so, oder so ähnlich zu hunderten an einem Tag ausgelebt wird. Wir machten gemeinsam an unserer Lagerfeuerstelle Feuer. Außen rum versammelten sich 5 Jungs und ich. Wir hatten auch noch 5 Teelichter da, die noch vom Morgenkreis von einem Geburtstag übrich geblieben sind. die Jungs fingen an Stöcke ins Feuer zu halten. Die Stöcke fingen an vorne zu brennen und zündeten damit die Teelichter nochmals an. Das war ganz schön schwierig, da die Teelichter so klein waren und die Stöcke so groß. Dann pusteten sie sie wieder aus um sie nochmals anzünden zu können. Als nächstes stellten sie fest, mit dem Wachs kann man muster auf Holz verzieren. Sie zündeten die Kerzen mit der vorrigen Technik an und verzierten Holzscheite. Nach 5 Minuten stellten sie fest, vorne am Holz ist schon so viel Ruß vom anzünden das man damit schreiben kann. Also fingen sie an am Boden mit dem Ruß zu schreiben. Einem Jungen fiel dann ein, er möchte gerne seine eigene Feuerstelle haben. Unser Lagerfeuer wurde ja mit den Erwachsenen angezündet. Die Jungs holten sich einen breitflächigen abgesägten Baumstumpf, der zu einer Scheibe gesägt worden ist. darauf legten sie Holzspähne und kleine Holzscheite. Mit der vorrigen Technik mit den Stöcken entzündeten sie ihr eigenes Feuer und beobachteten es. Immer wieder passten sie auf das das Feuer nicht über diesen Holzring hinaus brannte. Als es Essen gab löschten sie es. Dies war nur eine von vielen Lerngeschichten die am Tag passieren. Sie waren so eigenständig in ihrer Arbeit das sie mich nur als Begleiter gebraucht hatten. Hätte ich mich eingemischt wie es viele Erzieher meinen tun zu müssen hätte ich ihr Spiel manipuliert und gelenkt, und genau dies wollte ich nicht. So konnte ich Zeuge werden, von so einem schönen Lernprozess. Da es in Waldkindergärten zu 90 Prozent Freispiel gibt und sich Erzieher stark zurück nehmen, in ihrer Tätigkeit und in die Beobachterrolle schlüpfen, sind solche Spiele möglich.

Positive Dinge die mir Aufgefallen sind: Die Kinder sind allgemein ausgeglichener, als Kinder die fast den kompletten Tag eingesperrt mit 20 oder sogar 25 anderen Kindern sein müssen. Hier ist das Gewaltpotenzial sehr viel höher, als draußen. Es liegt einfach nicht in der Natur der Kinder mit 25 anderen eingesperrt zu sein. Das die Kinder ausgeglichener sind merkte ich schon an meinem ersten Tag. In anderen Kindergärten war ich sonst den kompletten Tag damit beschäftigt Streits zu schlichten. Hier schaffen die Kinder es untereinander von selber, da sie mehr Freiraum für sich haben, falls sie diesen benötigten. Oft bin ich nur stiller Impulsgeber bei Streits.

Was mir noch positiv aufgefallen ist: Die Kinder in unserer Gruppe sind alle sehr individuell und werden genau so wie sie sind angenommen und gesehen. Sie dürfen und sollen sogar individuell handeln. Dies ist in anderen Kindergärten ziemlich verpöhnt, da es für die Erzieher anstrengend ist, wenn Kinder etwas anders tun wie die „Norm“ bei uns aber absolut erwünscht.

Eltern bringen sich viel mehr mit ein. Die Eltern die sich den Waldkindergarten für ihr Kind aussuchen tun dies auch bewusst, daher ist es oft ein schönes miteinander, mit den Eltern. Sie bringen sich gerne in den Alltag mit ein. Z. B. war letztens eine Mama bei uns die mit den Kindern Kuchen gebacken hat. Es gibt auch eine Mama die mit den Kindern im Frühling Gemüse anpflanzt. Eine Mama kommt ab und zu mit dem Hund vorbei. Die Eltern sehen dies nicht als last, sondern tun es gerne. Sie nehmen bewusst am Alltag teil und sind genau so ein Teil der Gruppe.

Im Waldkindergarten gibt es auch eine Krippeneingewöhnung nach dem berliner Modell für die Kinder. Die meisten Kinder die zu uns kommen, waren noch nie getrennt von der Familie. Sie kommen nicht aus der Krippe zu uns, daher ist es uns wichtig das die Kinder einen guten Übergang zu uns haben. Auch wenn es zu 99 Prozent nicht üblich ist in einem Kindergarten eine Eingewöhnung zu machen, da es auch sehr aufwändig ist, da unser Personalschlüssel nicht dem einer Krippe entspricht, haben wir uns dennoch dafür entschieden. Und es war eine gute Entscheidung dies so zu handhaben.

Ein kleines Minus gibt es nichts desto trotz. Auch in den Waldkindergärten hat man keinen guten Personalschlüssel. Bei uns sind es 2 Erzieher, ein Praktikant, und ich als Vertrehtungskraft, falls jemand krank ist, oder im Urlaub. Und das mit 20 Kindern. Aber da die Kinder uns in ihrem Spiel nicht benötigen haben wir viel Beobachtungszeit, was ein großes Plus ist. In einem Waldkindergarten ist der Personalschlüssen nicht so aussagekräftig wie in Regeleinrichtungen.

 

Ps.: Ich arbeite seit 5,5 Jahern in meinem Beruf, mit einem halben Jahr Auszeit. In keiner Einrichtung hatte ich das gefühl, „Jaaa, hier bringe ich sofort mein eigenes Kind auch hin“ ganz im Gegenteil. Ich konnte mir das nie vorstellen. Für mich war die Vorstellung das mein Kind in meine Gruppe gehen würde oder in meine Einrichtung in der ich arbeite, immer ein Graus.

Dies ist die erste Einrichtung in die ich mein eigenes Kind bringen würde, und das mit gutem Gewissen und einem super Gefühl 🙂

Wenn ihr eurem Kind was gutes tun möchtet, meldet es in einem Waldkindergarten an. Die meisten Waldkindergärten haben auch nur bis 14 Uhr offen. Was auch ein riesen Pluspunkt für die Kinder ist.

earth-1280293_1280Woran erkennt man das ein Kind freude hatte? An dem Grad der verschmutzen Kleidung 😉

 

Eure Kathrin

Advertisements

2 Gedanken zu “Meine neue Aufgabe

  1. berufungmami2014

    Liebe Kathrin, das ist ein spannender Artikel. Vielen Dank dafür. Unser Sohn ist 16 Monate alt und ich spiele mit dem Gedanken, ihn bis zur Schulzeit selbst und zu Hause zu betreuen, da ich noch nichts Gutes über Einrichtungen gehört habe. Großartig und eine beruhigende Alternative für die Zukunft nach deinem Einblick. Auch, wenn es mich von meinem Plan vielleicht nicht abbringen wird 😉

    Herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Job 🙂

    VG
    Jenniffer

    Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Jenniffer für deine wunderschöne Resonanz. Ich kenne deine Familie nicht, also kann ich immer nur allgemein sprechen. Ich habe mir 5 Jahre lang die verschiedensten Krippen angeschaut, darunter waren auch private Einrichtungen bei den ein Platz 1000 Euro im Monat gekostet hat, aber auch städtische Einrichtungen. Ich würde allen Müttern raten, behaltet eure Kinder so lange es geht bei euch. Auf Bindung bassiert Lernen. Wie ich schon in anderen Artikeln schilderte. Ich habe auch einen Artikel darüber geschrieben was ich in all dieser Zeit alles erlebt habe in diesen Einrichtungen, und das waren ja nur Ausschnitte. In diesen Krippen habe ich immer nur versucht den Schaden so gering wie möglich zu halten. Aber Waldkindergärten können wirklich eine Bereicherung sein. Aber was für die Familie gut ist und fürs Kind müssen die Eltern immer noch selber entscheiden. 🙂
      LG
      Kathrin

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s