Ordnung und Sauberkeit mit Kindern

Hallöchen ihr Lieben,

ich habe mittlerweile sehr viel positive Resonanz bekommen. 🙂 Einige Eltern nutzten dies, um mir Fragen zu stellen. Einer dieser Fragen lautete: „wie schaffe ich es als Mama, meinem Kind bei zu bringen ordentlich zu sein?“ Darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Als aller erstes ist das Alter des Kindes wichtig. Kinder von 0-3 Jahren haben noch kein Verständnis von Ordnung, sie haben ihre eigene Ordnung. In diesem Alter kann man, nichts desto trotz, damit beginnen. Wichtig hierbei ist, ihnen konkrete Aufgaben zu geben. Z. B. Alle Bälle gehören in den Korb. Kinder in diesem Altern können mit der Aussage aufräumen noch nichts anfangen, daher sind genaue Formulierungen wichtig. Als nächstes ist wichtig, das die Eltern immer mit aufräumen. Es ist immer ein gemeinsamer Akt. Das stärkt das WIR Gefühl der Kinder, um das es hauptsächlich bei Aufräumaktionen geht. Wir sind eine Familie und wir unterstützen uns gegenseitig.                                                                                 Als nächstes ist wichtig das Rituale eingebaut werden. Das hilft den Kindern sich im Alltag zu orientieren, da sie noch kein Zeitgefühl besitzen. Z. B. könnte man immer am Vormittag vor dem hinaus gehen gemeinsam aufräumen. Ein Aufräumlied hilft dabei. So wird das Aufräumen besser verinnerlicht.                      Wir haben Glück 🙂 die meisten Kinder in diesem Alter helfen super gerne im Haushalt mit, da sie zur Gemeinschaft gehören möchten. Macht euch das zu nutze. Lasst die Kinder überall mithelfen. Ob es beim Tisch decken ist, oder beim kochen und backen. Falls mal was zu bruch gehen sollte, es kann jedem einmal passieren. Macht keine große Geschichte daraus.

Was ich in den Jahren, in den ich in einer Krippe gearbeitet habe, auch mitbekommen habe, ist das viele Eltern zu viel von ihren Kindern erwarten. Man kann den Fußboden im Kinderzimmer nicht mehr sehen, die Mutter kommt rein und sagt zu dem 3 jährigen Kind: „Räum doch mal dein Zimmer auf!“ Was wird passieren? Das Kind wird nicht aufräumen. Es ist komplett überfordert mit der Situation. Daher is es wichtig, das von vornherrein weniger Spielsachen zur verfügung stehen. 5 Spielschen sind völlig ausreichend. Bei mehr Spielsachen ist die Gefahr groß das die Kinder den Überblick verlieren. Wenn ihr als Eltern beobachtet, das euer Kind ein Spielzeug die letzten Tage völlig ignoriert hat, dann räumt es weg, es wird im Moment nicht benötigt. Ihr könnt es auch so machen das ihr für das Spielzeug das ihr weg geräumt habt ein Neues wieder zur verfügung stellt. Das kann auch ein Spielzeug sein das ihr früher schon mal weg geräumt habt und jetzt einfach wieder hervor holt. Es muss nicht immer etwas Neues sein. Spielsachen sind in diesem Alter nicht das wichtigste. Eine gute Idee die man auch machen kann wenn zu viele Spielsachen da sind, einfach zu spenden. Das lieben die Kinder sehr. Ihr könnt dann gemeinsam mit dem Kind ein paar Spielsachen raussuchen die nicht mehr gebraucht werden, und sie Kindern spenden die nicht so viel besitzen. Am liebsten spielen Kinder mit den Materialien die wir Erwachsenen verwenden. Z. B. Töpfe und Pfannen herrausräumen und damit Geräusche machen. Oder sammelt einfach bei dem nächsten Waldspaziergang Zweige, Blätter, Äste, Erde, alles was das Kind entdeckt und packt es Zuhause in Kisten. Damit kann super kreativ gearbeitet werden.

Im Altern von 4-6 sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier haben die Kinder mittlerweile ein Gefühl für Ästhetik bekommen. Man kann es sehr gut bei ihren Rollenspielen beobachten. Wenn sie den Tisch für ihre Puppen ganz liebevoll gedeckt haben. Jede Tasse hat ihre eigene Untertasse. Das Besteck liegt neben den Tellern, und so weiter. Bei Kindern die solch ein Verhalten schon zeigen kann man auch mal sagen: „lass uns dein Zimmer schön und gemütlich machen :-)“  Kinder in diesem Altern haben auch schon ein Gefühl für Verantwortung. Man kann ihnen ohne schlechtes Gewissen Aufgaben im Haushalt übertragen. Z. B. Das Kind kümmert sich um die Pflanzen. Wichtig hierbei ist, das man dem Kind bewusst macht, du bist verantwortlich für die Pflanze, sie braucht dich um überleben zu können. Das Kind kann dabei auch beobachten wie die Pflanze sich positiv entwickelt, wenn sie alles bekommt was sie braucht, aber auch wenn das Gegenteil der Fall ist. Am Anfang ist es wichtig, dass man das Kind in seine Aufgabe „hineinarbeitet“. Am besten eine Woche die Pflanze gemeinsam gießen und auf Begebenheiten aufmerksam machen. Beobachtet euer Kind, was macht es gerne. Und jenachdem was für einen Eindruck ihr habt demnach die Aufgabe des Kindes herraus suchen. Es muss nicht unbedingt sich um die Pflanzen kümmern sein.

Ich habe jetzt noch allgemein zu dem Thema, Aufräumen ein paar Gedankengänge für euch.

Oft ist es so, das Eltern bis zum 6. Lebensjahr ihre Kinder überhaupt nicht in den Haushalt mit einbeziehen, da etwas kaputt gehen könnte. Danach erwarten sie von Heute auf Morgen, wahre Wunder. Den Zahn kann ich euch schon ziehen. Das wird nicht funktionieren. Wie in jedem Lernprozess, ist auch Ordnung halten ein hineinwachsen in seine Aufgaben. Daher ist es wichtig die Kinder in den Alltag voll mit zu integrieren. Wenn das WIR gefühl stimmt, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Ordnung. Ich habe hierzu ein kleines Beispiel aus meiner Kindheit an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Ich war als Kind nicht sonderlich ordentlich, aber immer wenn es darum ging, beim Haus bau zu helfen, war ich dabei. (Meine Eltern haben eigenständig 2 Häuser gebaut) an einem Tag ging es an das Dachdecken. Alle waren mit dabei, ob Großeltern oder Kinder, alle haben mitgeholfen. Wir machten eine lange Menschenschlange und gaben die Ziegeln so lange weiter bis sie am Dach angekommen waren, wo mein Papa sie dann platzierte. Es dauerte den ganzen Tag bis das Dach fertig war, aber wir Kinder waren nicht zu ermüden, denn wir genossen es in der Gesellschaft von allen zu sein. Genau so war es als wir von innen die Wohnung meiner Kusine renovierten. Gleich nach der Schule bin ich rüber gelaufen um zu helfen, denn da war immer was los 🙂

Was noch wichtig ist, ist das vorleben von Ordnung. Wenn die Eltern selber nicht ordentlich sind, es aber von ihrem Kind verlangen wird es nicht funktionieren. Anders herrum aber schon. Wenn die Eltern sehr ordentlich sind und es den Kindern vorleben, wird das Kind später auch ordentlich sein können, selbst dann wenn das Kind zu der Zeit als es bei den Eltern gelebt hat nicht ordentlich war. Es hat es aber Jahrelang so vorgelebt bekommen und wird es dann umsetzen können.

Hier noch ein Tipp an die Eltern die schon ältere Kinder haben. Fangt an mit gemeinsamen Projekten. Z. B. wir bauen gemeinsam ein Vogelhaus für die Vögel im Winter. Wir legen ihnen Futter hinein und beobachten sie. Jeder trägt zum gelingen das bei was seinen Fähigkeiten entspricht. So wird das WIR gefühl gestärkt und man kann langsam auf die täglichen Arbeiten über gehen. Meistens liegt es nicht an dem Thema Ordnung halten an sich, wenn Jugendliche nicht im Haushalt helfen.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag ein wenig Licht in die Sache bringen. Falls es dazu speziell noch Fragen gibt könnt ihr sie gerne unter meinen Beitrag stellen. Ich freue mich über viel Gesprächsstoff 🙂

Eure Kathrin

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2 Gedanken zu “Ordnung und Sauberkeit mit Kindern

  1. Hallo Alpenblume,
    vielen Dank für diesen Artikel… ich schätze ihn sehr, weil mir auch das Vorbild von uns Eltern am wichtigsten ist…
    Mich hat vor allem inspiriert, dass wir weniger Spielzeuge zur Verfügung stellen und die Auswahl immer wieder wechseln…
    Vielen Dank –
    lg
    Tassilo

    Gefällt 1 Person

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