Loben

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch heute einen kleinen Einblick, in mein Denken, zum Thema Loben geben. Für mich ist dies ein sehr emotionales Thema. Weshalb, berichte ich hier.

Viele Eltern und auch Pädagogen denken sie müssten ihr Kind mit Loben und Bestrafen, formen damit es in der harten „Realität“ des Lebens mithalten kann. Auch um in der Berufswelt später bestehen zu können. Das Kind muss abgehärtet werden, denken sich immer noch viele Eltern, denen ich im laufe der Zeit begegnet bin. Auch in den Krippen und Kindergärten wird es zu 90 Prozent so gehandhabt. Es war für mich immer problematisch mit Kolleginnen zusammen zu arbeiten die dieses Denken umsetzten.

Ich denke aber anders. Kinder sind (freie) WESEN die nicht wie ein unbeschriebenes Blatt hier auf die Erde kommen, wie es immer noch in pädagogischen Ausbildungen gepredigt wird. Es ist nicht unsere Aufgabe sie zu formen! Kinder die hier auf die Erde kommen haben schon Erlebnisse aus anderen Leben die sie unterbewusst mit in dieses Leben nehmen. Außerdem hat jeder Mensch einen Lebensplan. Wir kommen alle aus einem bestimmten Grund hier her, und zu 99 Prozent besteht diese Aufgabe nicht darin „Arbeiten“ zu gehen. Daher stärkt eure Kinder in den Dingen die sie für wichtig halten. Seht eure Kinder! Und unterstützt sie in ihren Aufgaben hier bei uns. Manchmal gibt es Situationen in den die Eltern anderer Meinung sind als ihre Kinder. Dies gibt aber meiner Meinung nach den Eltern noch lange nicht das Recht ihre Meinung den Kindern auf zu drängen. Es sind eigenständige Lebewesen mit einem eigenen Plan. Und dieser hat in erster Linie nichts mit dem Lebensplan der Eltern zu tun. Auch wenn ihr denk das geht bestimmt schief, unterstützt sie trotzdem, ihr wisst nie was in euren Kindern wirklich vor geht. Ihr wisst auch nicht was sie damit erfahren möchten.

Wir wissen einfach nicht was der Lebensplan bei unseren Kindern ist, daher haben wir auch nicht das Recht uns darin ein zu mischen. Alle Kinder haben einen natürlichen Instinkt diesem Lebensplan nach zu gehen.

Ich möchte auch näher erleutern was mit Kindern passiert wenn man sie lobt. Ein kleines Beispiel dazu.                                                                 Ein Mädchen 5 Jahre alt hat ein Bild gemalt. Es läuft zu seiner Mama und zeigt ihr das Bild in voller Erwartung dafür ein Lob zu bekommen, denn sie weiß, wenn sie ein Bild malt wird sie gelobt. Die Mama, voller Begeisterung, sagt zu ihrem Kind: „Das hast du soo schön gemalt :-).“ Erst mal denken viele, was daran schlecht sei? Ganz einfach. Das Mädchen wird immer wieder und immer wieder Bilder malen weil ihre Mama diese Bilder ja so wunderschön findet. Es malt diese Bilder nicht aus sich herraus, sondern weil es gelobt worden ist. Dies macht die Kinder auch auf eine ganz bizarre Art und Weise süchtig nach diesem Lob. Sie tun diese Dinge weil sie dafür gelobt worden sind und nicht weil sie Spaß daran haben. Ein weiterer Gedanke zu der gleichen Situation. Das Mädchen kommt mit einem weiteren Bild zur Mama. Dieses mal denkt sich aber das Kind vorher: „Ohh, das hätte ich aber noch besser geschafft.“ Die Mama antwortet allerdings wieder mit dem gleichen Satz: „das hast du soo schön gemalt.“ Was geht jetzt in dem Kind vor sich? Zu erst ist es verwirrt: „Eigentlich fand ich das ich es besser gekonnt hätte, aber die Mama mag mein Bild so sehr. Dann wird es wohl richtig gut sein.“ denkt sich das Kind.                                                                                                                           Kinder in diesem Alter zweifeln zuerst an ihrem Wertesystem bevor sie das ihrer Eltern oder anderer Erwachsener in Frage stellen. Dies ändert sich, nach meinen Beobachtungen, später bei manchen. Aber durch diese Situation wurde das Wertesystem des Kindes verschoben. Zur selben Situation eine weitere Variante.                                                             Das Kind kommt jetzt mit dem 10ten gegritzelten Bild zur Mutter, mitlerweile gibt sich das Kind auch keine Mühe mehr, denn ihre Mama findet sowieso alles toll was das Kind malt. Also das Kind sagt: „Schau mal Mama was ich wieder gemalt habe!“ Und von der Mutter kommt dieses mal:“ Ich hab jetzt keine Zeit für deine Bilder!“ Die Mutter ignoriert das Bild des Kindes komplett. Denn nach dem 10ten gegritzelten Bild findet die Mutter das Bild eben nicht mehr so toll. Was passiert also hier mit dem Kind? Vorher war jedes Bild toll, ob es nun gegritzelt war oder nicht. Und plötzlich hat die Mutter keine Zeit mehr.

Versetzt euch jetzt mal in die Lage des Kindes. Wie wäre es besser gewesen zu reagieren? „Ich sehe du hast ein Bild  gemalt! Ich sehe du hast viele verschiedene Farben benutzt, da ist Blau dabei und Grün und Gelb. Möchtest du mir etwas über dein Bild erzählen?“ Nach so einem Satz fängt jedes Kind an von seinem gemalten Bild zu berichten. Das Kind fühlt sich gesehen und es merkt meine Mama hört mir zu. Denn wichtig ist nicht das gemalte, sondern das was hinter diesem Bild steht. Die Geschichte dahinter!

Eine weitere Situation. Ein Junge, sagen wir auch 5 Jahre alt, steht super wackelig auf dem Klettergerüst. Die Mutter ruft voller Euphorie: „Mein Schatz du bist fast ganz oben, das machst du super!“ Die Aussage der Mutter war hier auch überhaupt nicht zutreffend. Besser wäre es gewesen hätte sie die Situation beschrieben so wie sie sie sehen kann. Z.B.: „Mein Liebling du hast die hälfte schon erreicht. Ich sehe dich!“

Denn das ist das was Kinder wirklich brauchen. SIE MÖCHTEN GESEHEN WERDEN! Auch wir Erwachsene möchten gesehen werden in dem was wir tun. Und wenn es wirklich Situationen gibt von den ihr so Begeistert seit, weil euer Kind es einfach grandios geschafft hat, dann sagt es in der ich Form z.B.: „Ich finde du bist richtig toll geklettert!“ Das hat wiederum eine ganz andere Wirkung.

Zum Schluss dieses Berichts noch etwas zum nachdenken.

Wann ist denn etwas gut gemacht worden? Und wann ist denn etwas nicht gut gemacht worden? Hat nicht jeder sein eigenes Wertesystem das wir den Kindern aufdrängen? Jeder sieht die „Realität“ ein wenig anders. Was für den einen Gut ist, ist für den anderen noch lange nicht Gut.

Liebt eure Kinder so wie sie sind, denn das ist das wichtigste.

BEDINGUNGSLOSE LIEBE!

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5 Gedanken zu “Loben

    1. Roxi

      Ich frage mich, wann wird meine 19 jährige Tochter ihren Lebensplan entdecken oder hat sie ihn schon gefunden ? Ich sehe mein Kind, mit dem Handy in der Hand vor dem Fernseher liegen. Sie hält Party machen, Freunde und Kleidung, seit sie 14 ist, für wichtig. Und vor allem ist ihr ihr Freund wichtig. Sie sieht ihre Aufgabe nicht darin “ Arbeiten“ zu gehen. Jeden Tag aufstehen zu müssen ist nicht so ihr Ding. Sie ist ein sehr eigenständiges Wesen mit ihrem eigenen Plan. Sie ist meistens nicht meiner Meinung. Ihr natürlicher Instinkt ihren Lebensplan zu gehen hat sie sicher davor bewahrt sich von Lehrern, Polizisten oder Chefs deren Wertesystem aufdrängen zu lassen. Dann habe ich ja alles richtig gemacht und sie nicht durch meine Meinung oder durch Loben gestört. Ich bin gespannt, was sie noch alles so damit erfahren möchte. Sie belastet ihre freie Entwicklung nicht mit banalen Dingen, wie z.B. Hausarbeit. Was für den einen notwendig und gut erscheint ist für den anderen noch lange nicht notwendig und gut. Jeder sieht die Realität etwas anders. Meine Realität ist es Arbeiten zu gehen um Einkaufen zu können und die Miete und Rechnungen zu zahlen. Bis Kinder das 25. Lebensjahr erreicht haben sind Eltern verpflichtet ihr Leben zu finanzieren. Dann hat sie ja noch Zeit sich umzuschauen, was sie denn gerne tun möchte. Ich habe ja nicht das Recht mich darin einzumischen.

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      1. In meinen Augen hat dein Kind alles richtig gemacht. Wie schon gesagt, du kennst ihren Lebensplan nicht. Eine tolle eigenschaft die ich sehe ist das ihr Freund ihr wichtig ist. Andere Menschen scheinen ihr auch wichtig zu sein, so wie du es beschreibst. Es könnte sein das das eines ihrer Gedanken vor ihrem Leben war. Aber ich kenne deine Tochter nicht, Ferndiagnosen mache ich nicht. Wir sind nicht hier um in diesem System zu leben und für andere zu Arbeiten. Das hat sie sehr richtig erkannt. Sie geht ihren Weg, hab ein wenig Vertrauen, auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht. Aus deinen Augen. Ich merke in meinem Leben immer wieder, solange ich auf meinem Lebensweg bin, wird mir das gegen was ich brauche um hier zu sein. Da muss ich mir keine Gedanken um Miete und diese banalen Dinge machen. Wenn ich auf meinem Lebensweg bin wird mir das gegeben, damit ich das tun kann was ich mir hier vorgenommen haben. Eines meiner Dinge auf meinem Lebensweg ist zb. Leichtigkeit hier auf die Erde zu bringen. Und ich merke immer wieder ich kann Menschen mit meiner Leichtigkeit gut anstecken. Ein weiteres Ziel auf meinem Lebensweg, ist dieser Blog, und Eltern und Familien in der neuen Zeit, die jetzt auf und zu kommt zu helfen und zu unterstützen. Ich bin mir sicher es gibt noch so eniges von meinem Lebensweg das ich noch nicht sehen kann, und trotzdem mein Lebensweg ist. Nur weil du von deiner Tochter die großen Dinge noch nicht sehen kannst, heißst es nicht das es sie noch nicht gibt. Ich wünsche euch viel Erfolg, und ich hoffe das du sie auch in Zukunft frei sein lassen kannst, damit sie sich Entfalten kann. Hab ein wenig Vertrauen in deine Tochter, sie ist doch deine Tochter. 🙂

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